Wie funktioniert die Marktwirtschaft? Um heute viele Nachrichtenmeldungen richtig zu verstehen, braucht man fast schon eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung.
„Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch“, so einst Ludwig Erhard, der Erfinder der sozialen Marktwirtschaft. Aber stimmt das angesichts der Finanzkrise noch?
Funktioniert dieses sich einfach selbst regulierende Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage noch? Der amerikanische Soziologe Immanuel Wallerstein hält den Kapitalismus für ein System, welches “bemerkenswert und außergewöhnlich die meisten Güter und den größten Reichtum produziert hat.“ Trotzdem prophezeit er sein Ende. Der Wirtschaftsprofessor Lester Thurow hingegen sieht keine Alternative zum Kapitalismus, schließlich sei der Sozialismus gescheitert. Schreibt aber dann Sätze wie: “Der Kapitalismus ist im Grunde eine Lotterie, die sehr viele Mitspieler braucht, um eine sehr kleine Zahl von sehr großen Gewinnern hervorzubringen.“
Der Themenworkshop bietet keinen Grundkurs für angehende Wirtschafts- wissenschaftler. Er gibt vielmehr Anleitung zum journalistischen Arbeiten, zum Recherchieren und zum Befragen von Experten angesichts eines schwierigen Themas.
Geld
Jeder hat es Portemonnaie und benutzt es mehrfach täglich – das liebe Geld. Fast alles lässt sich in Geld messen – Rohstoffe, Güter, Dienstleistungen und auch die Zeit – time is money. Moritz Küchler hat sich mit dem Phänomen Geld beschäftigt.
Krise 1929
Aus Geld wird noch mehr Geld – das war der Grundgedanke vieler amerikanischer Anleger vor mehr als 80 Jahren. Am Ende stand die erste große Weltwirtschaftskrise 1929. Der Grund: amerikanische Anleger glaubten mit steigenden Aktienkursen an der New Yorker Börse auf Pump noch mehr Geld verdienen zu können. Als die Kurse dann fielen, konnten die Kredite dann nicht mehr zurück gezahlt werden. Die Krise von 1929 ist Thema in einem Beitrag von Arian Wichmann und Tina Heurich.
Steuern
Sie sind die Lebensader eines jeden Staates – die Steuern. Denn schließlich braucht der Staat Geld, um zum Beispiel neue Straßen oder Schulen zu bauen. Immerhin ein Drittel seiner Gesamteinnahmen nimmt der Staat aus der Lohn- und Einkommenssteuer ein. Neben dieser klassischen Lohn-Steuer gibt und gab es auch immer wieder kuriose Steuern – wie die Jungfern – oder die Sexsteuer. Teresa Steffens von Radio Funkwerk hat sich schlau gemacht.
John Maynard Keynes
Kann man aus großen Wirtschafts-Krisen lernen? Lange Zeit glaubten das viele Politiker. Nach der ersten großen Weltwirtschaftskrise 1929 schworen viele auf die Theorien vom britischen Ökonomen John Maynard Keynes. Dessen Idee: In Krisen muss der Staat mit Förderprogrammen Geld ausgeben, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Bis in den 70er Jahren ging das gut, die aktuelle Wirtschaftskrise konnte aber dennoch nicht verhindert werden, Keynes Theorien sind unser Thema.
Arm und Reich
Beim Schlagwort Armut dachte man lange Zeit eher an Dritte-Welt-Länder, zum Beispiel an hungernde Kinder in Afrika oder Bettler in Brasilien. Inzwischen ist das Problem Armut auch in Deutschland angekommen. Immerhin 11 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden an Armut. Die Schere zwischen Arm und Reich geht seit der Jahrtausendwende immer schneller auseinander. Die Ursachen dieser Armut sind unser Thema.
Umlagesystem
„Die Rente ist sicher“ sagte einst der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm. Inzwischen ist nichts mehr sicher. Allein von staatlicher Rente kann zukünftig keiner mehr leben. Zusätzliche Altersvorsorge heißt ein Zauberwort. Eine andere Idee ist eine Grundrente, die rein steuer- und nicht mehr beitragsfinanziert ist. Vorteil: Es würden so wieder mehr Menschen in die Rentenkasse einzahlen.
Sozialstaat
Ein Thema ist immer noch nicht aus den Nachrichten verschwunden, seit FDP-Chef Guido Westerwelle den Sozialstaat mit dem Schlagwort „spätrömische Dekadenz“ kritisierte. Die Entstehung des Sozialstaats in der Bundesrepublik ist unser Thema.
Griechenland
In Griechenland drehte sich kein Rad mehr. Grund: Fast das gesamte Land wurde bestreikt, auch der Flugzeugverkehr. Grund: Griechenland ist mit 300 Milliarden Euro verschuldet und muss nun vor allem im öffentlichen Dienst sparen. Moritz Küchler hat sich unter anderem damit beschäftigt, wie es zur Griechenlandkrise kam.
Lexikon Inflation
Unser Lexikon erklärt euch die zentralen Begriffe einer sozialen Marktwirtschaft. Dieses Mal geht es um die Inflation.
Lexikon Zinsen
Unser Lexikon erklärt euch die zentralen Begriffe einer sozialen Marktwirtschaft. Dieses Mal geht es um Zinsen.
Lexikon Spekulationsblase
Unser Lexikon erklärt euch die zentralen Begriffe einer sozialen Marktwirtschaft. Dieses Mal geht es um die Spekulationsblase.
Lexikon Börse Unser Lexikon erklärt euch die zentralen Begriffe einer sozialen Marktwirtschaft. Dieses Mal geht es um die Börse.
Karl Marx DDR-Schüler mussten dieses Datum auswendig lernen. 5.5.1818. An diesem Tag wurde Karl Marx geboren. Seine Überlegungen über ein gerechtes Wirtschaftssystem schrieb er in seinem „Manifest“ und in „Das Kapital“ nieder. Konkret umgesetzt wurden seine Theorien zunächst in der Sowjetunion und in vielen anderen Ländern nach dem 2.Weltkrieg. Seitdem war die Frage: Was funktioniert besser – der klassische Kapitalismus oder der von Marx geprägte Sozialismus? Am Ende scheiterten die sozialistischen Staaten. Richard Schäfer von Radio Funkwerk hat sich mit der Frage beschäftigt, wie zeitgemäß Marx´ Theorien heute noch sind.