"air-eignis" - Projekte und Veranstaltungen
 
 
     
::: Wir hängen das Schillerjahr 2005 an die große Glocke. Oder wie radiotauglich ist der große Dichter?  
  Das Schillerprojekt bei Radio Funkwerk

Der 200. Todestag von Friedrich Schiller ist auch für Radio Funkwerk als Bürgerradio für Erfurt und Weimar Anlass, sich näher mit dem berühmten deutschen Dichter zu beschäftigen. "Klassiker sind Gespenster, die ihre Geisterstunde brauchen" - unter dieser Überschrift haben sich Nutzer und Mitarbeiter von Radio Funkwerk dem Thema genähert. Professionelle Unterstützung bekommen sie dabei von Dr. Michael Plote, freier Journalist und Medienberater. Der Workshop startete im März. Warum heute Schiller lesen, inszenieren, interpretieren? Was passiert in Thüringen alles in diesem Gedenkjahr? Und wie erweckt man Gespenster zum (Radio-)Leben? Alle Teilnehmer des Workshops lernten erst einmal "ihr Gespenst" kennen: Schiller als Autor, Schriftsteller, Kritiker, Historiker, Flüchtling, Asylant, Arzt, Jurist, Patient, Ehemann, Liebhaber und Freund. Diese Rollen Schillers ergaben Themen, aus denen schließlich fünf ausgewählt wurden. Ein Beitrag über Schiller und die Carlsschule soll beispielsweise seine harte Kindheit und Jugend beleuchten, ein anderer Schiller als Flüchtling und Asylant. Ebenso bringen die Nutzer Licht ins Dunkel der "Frauengeschichten" des großen Dichters. Zur Gemeinschaftssendung aller Thüringer Radio OKs am 21. Mai aus dem Schillergartenhaus in Jena stellte Funkwerk sein Schillerprojekt vor und unternahm einen Exkurs in die Musikgeschichte - Vertonungen von Schillertexten aus drei Jahrhunderten. Seine zweite Geisterstunde bekommt Friedrich Schiller am 2. Juni in einer Fernsehsendung im Offenen Kanal Gera. Übertragen wird die Sendung auch von Radio Funkwerk, dem OK Jena und Saalfeld. Hier dienen drei Schillerbeiträge aus dem Workshop als Diskussionsanregung für die Expertenrunde im Fernsehstudio. Und damit auch etwas zu sehen ist, haben wir Fotos gemacht: Unsere Redakteure auf Wanderschaft, als Paparazzo auf der Lauer und im Gespräch mit einem jungen Schriftsteller von heute. Abschluss des Projektes bildet eine zweistündige Magazinsendung am 15. Juni bei Radio Funkwerk. Und dann wird gefeiert mit original württembergischen Essen, so wie es Schiller von zu Hause kannte: Maultaschen und Apfelwein.

Schiller bei Funkwerk
 
 
     
::: Theater für die Ohren  
  Hörspielseminar für Studenten der Universität Erfurt

In der grauen Vorgeschichte des Rundfunks versammelten sich Familien abends rund um den Radioapparat, um gemeinsam etwa Kriminalgeschichten zu lauschen. Vielleicht stand aber auch gerade die Adaption eines belletristischen Werkes auf dem Programm. Das Hörspielangebot deckte viele Sparten ab. Das Genre kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Mit dem Sendespiel der 20er Jahre hat die Hörspielproduktion der Gegenwart allerdings wenig gemein. Wo einst der Geräuschemacher live rezitierte Szenen akustisch illustrierte, produzieren heute Regisseure, Komponisten, Schauspieler, Musiker und Toningenieure mit modernster Technik. Die Studenten der Erfurter Universität lernen innerhalb des Seminars den arbeitsteiligen Entstehungsprozess eines Hörspieles kennen vom Texten und Sprechen bis zum Schnitt. Zuvor müssen sie aber selbst hören - von Günter Eichs "Träume" bis hin zu Experimenten mit der Spielfläche zwischen den beiden Lautsprechern.

Hörspiel-Workshop für Studenten der Universität Erfurt
 
 
     
::: Spatzenradio  
  Die PiXEL-Kids beim Deutschen-Kinderfilm-und Fernsehfestival "Goldener Spatz"

Von Ende April bis Anfang Mai 2005 hat das Deutsche Kinderfilm- und Fernsehfestival "Goldener Spatz" in Erfurt Station gemacht. Natürlich wollten auch in diesem Jahr die Pixel-Kids über das Festival berichten. Dazu haben die Medienpädagogen 18 Schülerinnen und Schüler ein halbes Jahr auf ihren Korrespondenten-Job vorbereitet. Je nach Interessen konnten sich die Kinder und Jugendlichen aussuchen, ob sie als Video- oder Radioreporter vom Festival berichten wollten. Natürlich mussten sie lernen, wie ein Beitrag aufgebaut ist, eine Filmkritik geschrieben und ein Interview geführt wird; aber auch, wie Kameras und Reportagegeräte funktionieren. Wie fit sie im Umgang mit der Technik sind, konnte das Team bei der Produktion eines Kino-Vorspannes für die Pixel-News und eines Radio-Trailers für die Spatzen-News zeigen. Da Klappern bekanntlich zum Handwerk gehört, hat Radio Funkwerk einen Ausflug in die Filmwelt unternommen und einen eigenen Videospot gedreht. Dieser sollte die Kinobesucher auf die täglichen Spatzen-News im Bürgerradio hinweisen. Sechs Tage lang haben die Pixel-Kids rund um das Festival berichtet. Besonders spannend waren dabei die Interviews mit Schauspielern, Regisseuren, Drehbuchautoren und Moderatoren. Zum Blick hinter die Kulissen gehörte ein Bericht aus den sonst nicht zugänglichen Vorführräumen des Kinos. Aber auch Festivalleiterin Margret Albers war für die Newsjäger eine interessante Informationsquelle. So erfuhren die Pixelkids von Radio Funkwerk exklusiv die Story über die eingeschlossenen Spixel-Preise. Mit denen haben die TLM und die Stiftung "Goldener Spatz" zum ersten Mal Fernsehproduktionen von Kindern ausgezeichnet. Und diese Preise befanden sich in einem Safe, an dem ausgerechnet am Vorabend der Preisverleihung der Griff abgebrochen war... Das Aufspüren und Aufzeichnen der Geschichten war aber nur die "halbe Miete" für die Pixel-Kids. Dann kam der stressige Teil des Tages, nämlich die gesammelten O-Töne in den Computer einzuspielen, zu schneiden und Moderationstexte zu schreiben. Wie im richtigen Radioleben auch gab es eine "Deadline". Pünktlich 16 Uhr sollten die Highlights des Festivalgeschehens beim Spatzenradio über den Äther gehen. So verging die Woche für die sechs Pixel-Kids bei Radio Funkwerk wie im Flug. Am letzten Tag konnten sogar zwei Sendungen ausgestrahlt werden, um den Hörern am Abend auch die Preisträger des Festivals vorzustellen. Den Pixel-Kids hat das Festival großen Spaß gemacht, besonders, weil sie dieses Event einmal aus der Reportersicht erlebt haben. Und wie es aussieht, wollen einige künftig bei Rabatz, dem medienpädagogischen Projekt von Radio Funkwerk, weiterhin eigene Radiosendungen produzieren.

Workshop der gebaute Beitrag mit Reimar Kosack
 
 
     
::: Girls`Day 2005  
  Mädchen-Zukunftstag

Schon zum 3. Mal beteiligte sich Radio Funkwerk am Girls´Day, dem Mädchen-Zukunftstag, um die junge Frauengeneration für technische Berufe zu begeistern. Wer träumt nicht davon, live im Radio zu hören zu sein oder wenigstens einmal hinter dem Mikro zu stehen? 10 Mädchen durften das einen Tag lang ausprobieren. Die 13- bis 15-Jährigen konnten zwischen drei Workshops wählen. Vier Mädchen wurden so für einen Tag zu "Rasenden Reportern". Sie schnappten sich das Aufnahmegerät und machten die Erfurter Innenstadt unsicher. Für die Moderation entschieden sich zwei Mädchen. Sie bekamen eine Einführung in das Sprechen und Schreiben fürs Radio und bereiteten die Moderationstexte für die abschließende Livesendung vor. Die anderen Mädels hatten sich in der Gruppe "Wunschmusik" zusammengefunden. Sie bauten Musiklisten mit Jingles und Trailern. Denn was ist Radio ohne Musik. Zum Abschluss wurde bei Kaffee und Kuchen der Tag ausgewertet … und vielleicht hat das eine oder andere Mädchen ja ihren Berufswunsch geändert. Spaß hatten sie auf jeden Fall alle.

drei Girlsday-Teilnehmerinnen und unser "Freiwilliger" Tobias
 
 
     
::: Radio trifft TV  
  Eine Kooperation mit dem OK Eichsfeld

Vier Tage lang trafen sich Jugendliche von Radio Funkwerk und dem Offenen Fernsehkanal Eichsfeld, um gemeinsam ein Hörspiel und einen Film zu produzieren. Im Eichsfeld erlebten zunächst die bereits "radioerfahrenen" Erfurter, wie ein Film produziert wird. Entstanden ist ein phantasievoller Film mit dem Titel "Geschichten aus dem Schweinestall", in dem Wohnungspflanzen nicht wie gewohnt, bewegungslos an ihrem Platz verharren, sondern aktiv in das Leben ihres Besitzers eingreifen - mit teils letalen Folgen.
Dann wurden die Rollen getauscht. Die Eichsfelder tauchten in die Radiowelt ein.
Die Jugendlichen mussten sich anfangs umstellen, da sie beim Radio ja keine Bilder zeigen konnten. Doch nach einigen Experimenten mit Geräuschen und ihren Stimmen und der Hilfe der Erfurter Jugendlichen gestalteten sie ein tierisches Hörspiel: Die Bremer Stadtmusikanten, mittlerweile verarmt, da niemand mehr ihre Musik hören wollte, nehmen an einer Castingshow teil und kurbeln so ihre Karriere wieder an. In dem Hörspiel wurde nicht gespart mit kritischen Seitenhieben auf die Fernsehwelt. Nach den vier erlebnisreichen und interessanten Tagen gingen die Jugendlichen reich an neuen Erfahrungen und mit jeder Menge Wissen nach Hause.

Radio trifft TV
 
 
     
::: Auf der Suche nach den Frühlingsgefühlen  
  Workshop "Der gebaute Beitrag"

Die aufkeimenden Frühlingsgefühle spielten in den milden Märztagen sicherlich eine Rolle bei der Themenwahl für die gebauten Beträge, die in dem sechswöchigen Workshop entstehen sollen. Denn die Teilnehmer ließen nichts unversucht, um die Sprecherin mit der sinnlichen Stimme zu finden, die die Reisenden am Erfurter Bahnhof begrüßt oder die erotischen Fantasien der Landeshauptstädter aufzudecken. Und in Vorbereitung des Sommers und der elementaren Bikini-Figur wurde ein Beitrag zum Fasten produziert.
"In fünf Terminen zum fertigen Beitrag", das war das Ziel, und 2:30 min die magische Grenze, die nicht überschritten werden sollte. Workshopleiter Reimar Kosack hatte sich mit dieser Zielstellung einiges vorgenommen, denn im Bürgerradio herrschen weniger die Regeln der knappen Zeit und der festen Beitragslänge. Umso größer war die Herausforderung für die 10 Teilnehmer des Workshops. Nach der theoretischen Einführung des Themas folgten schrittweise die einzelnen Stufen von der Ideenfindung bis zur Produktion eines sendefähigen Beitrages. Am 24. März war es dann soweit, nach fünf Terminen wurde eine gemeinsame Sendung mit sechs Beiträgen von jeweils 2:30 min ausgestrahlt.

Workshop der gebaute Beitrag mit Reimar Kosack