"air-leben" - Redaktionen und Sendungen  

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Stadtgespräch
Acht Kandidaten packen aus und eine Stadt hört zu

Am 07. Mai und zur Stichwahl am 21. Mai 2006 stimmte man in Erfurt und auch in anderen Thüringer Städten über neue Oberbürgermeister ab. Lange vorher waren die Nutzer und die Mannschaft von Radio Funkwerk in einer Diskussion um die bestmögliche und vor allem um eine spezifische Serviceleistung des Bürgersenders zur Kommunalwahl. Daraufhin formierte sich entschlossen eine Lobby der Zivilgesellschaft gegen die Partei der "Nichtwähler". Es wurde die ehrenamtliche Redaktionsgruppe "Stadtgespräch" gegründet. Diese fungierte während des Wahlkampfes als Umschlagplatz für Informationen und für Bürgernähe. Ziel war, das Medium nicht nur dafür zu nutzen, um die Hörer umfassend über die Kandidaten und ihre Programme zu unterrichten, denn das leisten schließlich auch die professionellen Medien. Sondern vor allem auch den Diskurs in die umgekehrte Richtung zu befördern zwischen den Bürgern ihren Politikern.

Die Politiker sind alle gekommen - zum Stadtgespräch bei Radio Funkwerk. Angesichts des tobenden Wahlkampfes stellte dieser Teil des Konzeptes nun keine besondere Herausforderung dar. Alle acht Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters haben die Studios des Erfurter Bürgersenders besichtigt und mit den Funkwerkern Kaffee getrunken. Ein Bewerber hatte sogar Kuchen in einer Tüte mit seinem Konterfei mitgebracht. Die Kandidaten stellten sich in einer Livesendung den Fragen des Moderatorenteams. Alle absolvieren den gleichen Fragenparcours.

Grundlage dafür sollte ein Katalog sein, an dem möglichst viele ehrenamtliche Radiomacher und Hörer mitgearbeitet hatten. Das war der eigentlich komplizierte Teil des Vorhabens. Vorbereitet und begleitet wurde diese Aktion im Internet mit der Möglichkeit, Fragen an die Politiker zu formulieren, einer Fotogalerie und Informationen zu den Sendungen. Von diesem Fragerecht machten - jedenfalls für unsere Vorstellungen - zu wenig Wahlberechtigte Gebrauch.

Damit sich die Erfurter Bürger vor dem ersten Urnengang noch einmal ein Gesamtbild machen konnten, sendete das Bürgerradio mehrfach einen Zusammenschnitt aller Interviews.

Da zunächst kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielen konnte, traten die beiden Bestplatziertesten vor der Stichwahl in den Funkwerkstudios noch einmal gegeneinander an. Für dieses Duell waren diesmal in einer breit angelegten Straßenumfrage die Fragen und Sorgen der Erfurter gesammelt worden. Selbst auf die Gefahr hin, dass mancher Erfurter unsere Reporter als aufdringlich betrachtete, gingen die gnadenlos auf O-Ton-Jagd. Sicher, so eine Umfrage ist nicht repräsentativ, aber schließlich wollten wir Fragen und keine Prognose.

Für Dietrich Hagemann (CDU) und Andreas Bausewein (SPD) war es an diesem Donnerstag der letzte gemeinsame Pressetermin vor der Abstimmung. Und auch die Funkwerker hatten bis zuletzt im wahrsten Sinne des Wortes um jede Stimme gekämpft. Mehr Bürgernähe ging nicht.

 

Die Erfurter OB-Kandidaten auf der
Homepage von Funkwerk
 

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Terrorismus, Fanatismus und Extremismus
CCN-Radioworkshop für Jungredakteure

Für ein Wochenende haben sich 20 sozial und journalistisch engagierte Jugendliche aus Thüringen unter Anleitung erfahrener Redakteure des WDR mit dem Medium Radio beschäftigt. In Zusammenarbeit mit der Stiftung politische und christliche Jugendbildung e.V. produzierten sie im Bürgerradio eine Sendung über deutsche Sicherheitspolitik. Ausgestrahlt wurde die Sendung am 15. Mai bei Radio Funkwerk. Zunächst stand ein Crashkurs in Sachen journalistische Darstellungsformen auf dem Programm. Dann wurde es ganz praktisch. Ein Interview: Vorgespräch, Fragen formulieren, Interview führen und Schnitt. Als Experten standen dafür zwei Offiziere der Bundeswehr zur Verfügung, die über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei Auslandseinsätzen in Afghanistan berichteten. Im Laufe des Tages produzierten die Jugendlichen so eine ganze Sendung mit Nachrichten, Beiträgen, Interviews und einem Kommentar zu einem sicherheitspolitischen Thema.

Für den Workshop mussten sich die jungen Leute im Alter zwischen 15 und 20 Jahre übrigens bewerben - ausgewählt wurden sie schließlich nach ihrem Engagement. So verbringen die meisten ihre Freizeit als Klassensprecher, Schülerzeitungsredakteur oder arbeiten in sozialen Projekten mit, beispielsweise als Unterstützung in einer Behindertenwerkstatt. Die Stiftung politische und christliche Jugendbildung e.V. fördert seit rund 30 Jahren jugendliche Multiplikatoren und veranstaltet in jedem Bundesland Seminare dieser Art.

 

Experten der Bundeswehr informieren über
ihren Einsatz in Afganistan
 

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Zwischen Beijing und Shanghai
Studenten aus China im Praktikantenstadel

China ist beides: Viel traditioneller und viel moderner als wir uns das hier in Deutschland im Land der "Langnasen" vorstellen. Aber eigentlich wissen wir nicht sehr viel über das Reich der Mitte. Im Praktikantenstadel am 07. April hat Yiwen Zhu, die an der TH Ilmenau studiert und ein Praktikum bei Radio Funkwerk absolvierte, einige Facetten ihres Heimatlandes vorgestellt. Ins Studio eingeladen hatte sie auch ihren Kommilitonen Zao I. Und da waren sie schon die großen Gegensätze: Yiwen kommt aus Beijing, der alten Kaiserstadt und Zao aus der Boomtown Shanghai. Wenn sich beide ihres Heimatdialektes bedienen, können sie sich nicht verständigen. Wie vorteilhaft für die Hörer, dass beide auch sehr gut hochdeutsch kommunizieren konnten. Die Gäste aus Fernost stellten ganz aktuelle Rock- und Popmusik ihres Landes vor. Aber auch da sind wir uns gar nicht so sicher, ob diese Begriffe so stimmen. Neben einem ausführlichen Exkurs über Lebensgefühl, Kultur, Bildungssysteme, Emanzipation, die Ein-Kind-Ehe und ihre Erfahrungen in Deutschland gab es auch eine Kochreportage. Luise Langenhan und Kristin Wachall hatten Yiwen mit dem Mikro begleitet, während sie ein "traditionelles" chinesisches Acht-Gänge-Menü zubereitete. Das tolle daran war, dass wir alle zum Essen eingeladen waren. Und selbst da wieder das Erkennen - in den Chinarestaurants hier in Deutschland schmeckt es irgendwie anders.